Entwurf einer Ansprache
1963 · Persönliche Unterlagen
Antwort anläßlich der Ehrung
Für die Ehrung danke ich Ihnen. Sie nennen meinen Mut. Ich muß dabei an Menschen denken, die keinen Schutz durch einen Dienstgrad hatten und dennoch andere aufnahmen. Ohne sie wäre eine Fahrt nur eine Fahrt geblieben.
Ich war Offizier der Wehrmacht. Diese Tatsache wird durch das, was ich gegen die Verfolgung getan habe, nicht aus meiner Lebensgeschichte gestrichen. Ich konnte eine Anordnung ändern, eine Meldung aufhalten, einen Menschen warnen. Es gab andere Anordnungen, bei denen ich zu spät gefragt habe.
Als ich später in der Bundeswehr wieder Dienst tat, durfte Gehorsam für mich nicht heißen, die eigene Verantwortung abzugeben. Wer meinen Namen unter einem Befehl liest, muß wissen können, daß ich für seine Folgen einstehe.
Für die Arbeit, die vor uns liegt, wünsche ich mir etwas Nüchternes: Wagen, die auch dort fahren, wo die Zufahrt schlecht ist; Vorräte, die beim Empfänger ankommen; und Leute, die nicht nach Hause gehen, solange die Ablösung fehlt. So möchte ich den Dank verstehen.
Nicht kürzen: den Satz über die eigene Verantwortung stehenlassen.
