23. November 1943
Krefeld
Die drei auf dem Wagen waren die Frau und ihre beiden Kinder. Sie wurden als Juden gesucht. Auf dem Zettel steht davon nichts. Ich habe den Fahrer selbst ausgesucht. Ob sie von der Abzweigung weitergekommen sind, weiß ich noch immer nicht.
Bei der Liste fehlte nicht bloß eine Zahl. Ich wußte, daß mit meiner Bestätigung weiter nach ihnen gesucht werden würde. Darum habe ich sie zurückgegeben. Der Fehler war brauchbar, aber er war nicht der Grund.
Nun wurde eine Erklärung verlangt. Ich habe die Mitnahme auf mich genommen. Den Fahrer haben sie nicht zu befragen brauchen. Beim nächstenmal wird ein Vermerk von mir vielleicht nicht mehr genügen.
Ich habe Listen unterschrieben, ohne zu fragen, wohin die Menschen gebracht wurden. Daß ich nicht gefragt habe, macht mich nicht unschuldig. Die Frau hielt den Jungen am Ärmel fest, als sie aufsteigen sollten. Er wollte nicht auf den Wagen. Er sah meine Uniform.
Ich kann nicht von ihr verlangen, daß sie mir vertraut. Ich kann nur dafür sorgen, daß der Wagen diesmal anders fährt. Und ich muß wissen wollen, was aus ihnen wird, auch wenn mir die Antwort gefährlich werden kann.
Keine Nachricht seit der Fahrt.
