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HN / W-43-23 / 1943

What the return did not say

Unsent private memorandum · Heinrich Neuhaus · wartime papers

23. November 1943

Krefeld

Die drei auf dem Wagen waren die Frau und ihre beiden Kinder. Sie wurden als Juden gesucht. Auf dem Zettel steht davon nichts. Ich habe den Fahrer selbst ausgesucht. Ob sie von der Abzweigung weitergekommen sind, weiß ich noch immer nicht.

Bei der Liste fehlte nicht bloß eine Zahl. Ich wußte, daß mit meiner Bestätigung weiter nach ihnen gesucht werden würde. Darum habe ich sie zurückgegeben. Der Fehler war brauchbar, aber er war nicht der Grund.

Nun wurde eine Erklärung verlangt. Ich habe die Mitnahme auf mich genommen. Den Fahrer haben sie nicht zu befragen brauchen. Beim nächstenmal wird ein Vermerk von mir vielleicht nicht mehr genügen.

Ich habe Listen unterschrieben, ohne zu fragen, wohin die Menschen gebracht wurden. Daß ich nicht gefragt habe, macht mich nicht unschuldig. Die Frau hielt den Jungen am Ärmel fest, als sie aufsteigen sollten. Er wollte nicht auf den Wagen. Er sah meine Uniform.

Ich kann nicht von ihr verlangen, daß sie mir vertraut. Ich kann nur dafür sorgen, daß der Wagen diesmal anders fährt. Und ich muß wissen wollen, was aus ihnen wird, auch wenn mir die Antwort gefährlich werden kann.

H. N.

Keine Nachricht seit der Fahrt.

English translation / Englische Übersetzung

23 November 1943

Krefeld

The three on the vehicle were the woman and her two children. They were being sought as Jews. The slip says nothing of that. I chose the driver myself. I still do not know whether they got any further from the junction.

The list was not simply missing a figure. I knew that my confirmation would lead to a further search for them. That is why I returned it. The error was useful, but it was not the reason.

An explanation has now been demanded. I took responsibility for the carriage. They did not need to question the driver. Next time, a note from me may no longer be enough.

I signed lists without asking where the people were being taken. Not having asked does not make me innocent. The woman held the boy by his sleeve when they were to climb aboard. He did not want to get on the vehicle. He saw my uniform.

I cannot demand that she trust me. I can only make sure that this time the vehicle takes a different route. And I must want to know what becomes of them, even if the answer may put me in danger.

No news since the journey.

H. N.